Softwareentwicklung für GIS, Geodatenproduktion und Qualitätssicherung
Seit September 2024 absolviere ich bei der Dira GeoSystems AG in Zürich ein bezahltes Teilzeitpraktikum. Das Unternehmen entwickelt Software für die Produktion, Prüfung und kartografische Aufbereitung von Geodaten. Ich arbeite an GIS-Werkzeugen, Qualitätssicherungsprozessen und automatisierten Entwicklungs- und Auslieferungsabläufen.
Meine Erfahrung
Während des Praktikums habe ich viel über professionelle Softwareentwicklung im GIS-Umfeld gelernt. Besonders wertvoll war die Verbindung von geographischem Fachwissen mit konkreter technischer Umsetzung. Ich arbeitete unter anderem mit ArcGIS Pro, Python/ArcPy, C#/.NET, PostgreSQL/PostGIS, Oracle, File-Geodatabases, pytest, PowerShell und GitHub Actions. Dadurch bekam ich Einblick in den gesamten Ablauf von der Anforderung über Implementierung, Code Review, Tests, Dokumentation und Release bis zum produktiven Einsatz bei Kundinnen und Kunden.
Inhaltlich lagen meine Aufgaben vor allem in der Entwicklung und Pflege von Geoprocessing-Werkzeugen, der Weiterentwicklung der Python-API von Dira ProSuite, der Umsetzung von Qualitätsprüfungen für Geometrien, Attribute und räumliche Beziehungen sowie in Build- und Releaseprozessen. Besonders lehrreich war die Arbeit an real eingesetzter GIS-Software, weil fachliche Regeln präzise formuliert, technisch robust umgesetzt und für Anwenderinnen und Anwender nachvollziehbar ausgegeben werden müssen.
Das Arbeitsklima erlebte ich als sehr offen, angenehm und eigenverantwortlich. Dira GeoSystems ist ein holokratisch organisiertes Unternehmen mit kurzen Kommunikationswegen, viel Flexibilität und einer sehr unterstützenden Arbeitsweise. Besonders positiv war für mich, dass Probleme gemeinsam und lösungsorientiert angegangen wurden. Auch wenn die bestehende Codebasis und die vielen beteiligten Technologien anfangs herausfordernd waren, entstand nie das Gefühl, damit allein zu sein. Mit der Zeit lernte ich, Fehler systematisch zu reproduzieren, Ursachen einzugrenzen und Lösungen mit Tests abzusichern.
Organisation des Praktikums
Der Kontakt zu Dira entstand über eine frühere Bewerbung und eine anschliessende direkte Nachfrage nach einer studienbegleitenden Teilzeitstelle. Ich fragte direkt beim Unternehmen an, ob Unterstützung in einem Pensum von ungefähr 30 Prozent gesucht werde. Für eine ähnliche Position sind praktische GIS-Erfahrung, Interesse an Programmierung und die Bereitschaft hilfreich, sich selbstständig in bestehende Systeme einzuarbeiten. Kenntnisse in Python, ArcGIS, Datenbanken und Versionsverwaltung mit Git erleichtern den Einstieg. Da das Praktikum in Zürich stattfand, war keine besondere Wohn- oder Visumsorganisation notwendig.
Titelbild: Gemeinsame Teamaktivität im Arbeitsumfeld von Dira GeoSystems.